Willkommen auf meiner Webseite.


Ich bin ein dänischer Komponist und Pianist, geboren, aufgewachsen und wohnhaft in Odense. Ich spezialisiere mich auf Musik, die dabei hilft, eine gute Geschichte zu erzählen. Mit einem BA in Musikwissenschaft und Angewandter Dramaturgie von der Universität Aarhus sowie einem MA in Filmmusikkomposition von der Universität Bristol hatte ich das Vergnügen, Musik u. a. für das Odense Symphonieorchester, Gyldendal, Egmont, Lindhardt & Ringhof und das Fredericia Musicalteater zu komponieren.

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Diese Webseite ist meinem Schaffen zu den Märchen von H. C. Andersen gewidmet, mit denen ich mich von 2008 bis 2010 intensiv beschäftigt habe. In diesem Zeitraum komponierte ich rund 2,5 Stunden Musik zu acht von Andersens Märchen, darunter Das hässliche Junge Entlein, Däumelinchen und Die kleine Meerjungfer. Die Musik wurde von Gyldendal als Hörbuchreihe veröffentlicht, gelesen von Marie Markvard Andersen. Die Hörbücher sind u. a. auf Mofibo und eReolen verfügbar.

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Am 8. Februar 2025 wurde meine Musik zu einem dieser Märchen, Die Prinzessin auf der Erbse, vom Odense Symphonieorchester im Rahmen eines „Teddybärenkonzerts“ für die Kleinsten uraufgeführt. (Die Prinzessin auf der Erbse ist ein Orchesterwerk von ca. 7 Minuten Länge und basiert auf einem Klavierstück aus dem Jahr 2009.)

Die Prinzessin auf der Erbse

Uraufführung

Am 8. Februar 2025 wurde meine Musik zu Die Prinzessin auf der Erbse vom Odense Symphonieorchester uraufgeführt. Das Orchester stand unter der Leitung von Marit Tøndel Bodsberg, und die Geschichte wurde von Vicki Gemmer Schultz erzählt. Mit auf der Bühne waren außerdem Schülerinnen und Schüler der Theaterschule TOPPEN.

Ich begann im Jahr 2008 damit, Musik zu den Märchen von H. C. Andersen zu komponieren, während ich an der Universität Aarhus studierte. In den folgenden zwei Jahren schrieb ich rund 2,5 Stunden Musik zu acht von Andersens Märchen in voller Länge.

Die Musik deckt eine große Bandbreite ab: von kleinen Klavierstücken wie in Die Prinzessin auf der Erbse und Das Mädchen mit den Schwefelhölzern bis hin zu großer, abenteuerlicher Orchestermusik in Das hässliche Junge Entlein, Däumelinchen und Die kleine Seejungfer.

Nachdem ich die Musik an Gyldendal geschickt hatte, wurden die acht Geschichten digital veröffentlicht, gelesen von Marie Markvard Andersen.

Auszug aus DÄUMELINCHEN
 
Dicht vor dem Walde, wohin sie nun gekommen war, lag ein großes Kornfeld. Das Korn war schon lange abgeschnitten, nur die nackten, trockenen Stoppeln standen aus der gefrorenen Erde hervor. Sie waren gerade wie ein ganzer Wald für sie zu durchwandern, und sie zitterte vor Kälte! Da gelangte sie vor die Tür der Feldmaus, die ein kleines Loch unter den Kornstoppeln hatte. Da wohnte die Feldmaus warm und gut, hatte die ganze Stube voll Korn, eine herrliche Küche und Speisekammer. Das arme Däumelinchen stellte sich in die Tür, gerade wie jedes andere arme Bettelmädchen, und bat um ein kleines Stück von einem Gerstenkorn, denn sie hatte seit zwei Tagen nicht das mindeste zu essen gehabt.
"Du kleines Wesen!" sagte die Feldmaus, denn im Grunde war es eine gute alte Feldmaus, "komm herein in meine warme Stube und iß mit mir!"
Da ihr nun Däumelinchen gefiel, sagte sie: "Du kannst den Winter über bei mir bleiben, aber du mußt meine Stube sauber und rein halten und mir Geschichten erzählen, denn die liebe ich sehr." Däumelinchen tat, was die gute alte Feldmaus verlangte, und hatte es über die lange Winterzeit hinweg außerordentlich gut.
 
Herausgegeben von Gyldendal
Gesprochen von Marie Markvard Andersen
Musik von Morten Gildberg-Hansen
Auszug aus DIE KLEINE SEEJUNGFER
 
Weit draußen im Meere ist das Wasser so blau wie die Blütenblätter der schönsten Kornblume, und so klar wie das reinste Glas, aber es ist dort sehr tief, tiefer als irgendein Ankertau reicht, viele Kirchtürme müßten aufeinandergestellt werden, um vom Grunde bis über das Wasser zu reicher. Dort unten wohnt das Meervolk.
Nun muß man nicht etwa glauben, daß dort nur der nackte, weiße Sandboden sei! Nein, da wachsen die wundersamsten Bäume und Pflanzen, deren Stiele und Blätter so geschmeidig sind, daß sie sich bei der geringsten Bewegung des Wassers rühren, als ob sie lebend wären. Alle Fische, klein und groß, schlüpfen zwischen den Zweigen hindurch, gerade wie hier oben die Vögel in der Luft. An der allertiefsten Stelle liegt des Meerkönigs Schloß. Die Mauern sind aus Korallen und die langen spitzen Fenster von allerklarstem Bernstein. Das Dach aber besteht aus Muschelschalen, die sich öffnen und schließen, je nachdem das Wasser strömt; das sieht prächtig aus, denn in jeder liegen strahlende Perlen, eine einzige davon würde der Stolz einer Königskrone sein.
Der Meerkönig dort unten war seit vielen Jahren Witwer, aber seine alte Mutter besorgte sein Haus. Sie war eine kluge Frau, doch recht stolz auf ihren Adel deshalb trug sie zwölf Austern auf dem Schwanze während die anderen Vornehmen nur sechs tragen durften. – Sonst verdiente sie großes Lob, besonders weil sie die kleinen Meerprinzessinnen, ihre Enkelinnen, so liebte. Das waren sechs prächtige Kinder, aber die jüngste war die schönste von allen. Ihre Haut war so klar und zart wie ein Rosenblatt, ihre Augen so blau wie die tiefste See, aber ebenso wie alle die anderen hatte sie keine Füße. Ihr Körper endete in einem Fischschwanz.
 
Herausgegeben von Gyldendal
Gesprochen von Marie Markvard Andersen
Musik von Morten Gildberg-Hansen
Auszug aus DER STANDHAFTE ZINNSOLDAT
 
Es waren einmal fünfundzwanzig Zinnsoldaten, die waren alle Brüder, denn sie waren aus einem alten zinnernen Löffel gemacht worden. Das Gewehr hielten sie im Arm und das Gesicht geradeaus; rot und blau, überaus herrlich war die Uniform; das allererste, was sie in dieser Welt hörten, als der Deckel von der Schachtel genommen wurde, in der sie lagen, war das Wort "Zinnsoldaten!" Das rief ein kleiner Knabe und klatschte in die Hände; er hatte sie erhalten, denn es war sein Geburtstag, und er stellte sie nun auf dem Tische auf. Der eine Soldat glich dem andern leibhaft, nur ein einziger war etwas anders; er hatte nur ein Bein, denn er war zuletzt gegossen worden, und da war nicht mehr Zinn genug da; doch stand er ebenso fest auf seinem einen Bein wie die andern auf ihren zweien, und gerade er war es, der sich bemerkbar machte.
Auf dem Tisch, auf dem sie aufgestellt wurden, stand vieles andere Spielzeug; aber das, was am meisten in die Augen fiel, war ein niedliches Schloß von Papier; durch die kleinen Fenster konnte man gerade in die Säle hineinsehen. Draußen vor ihm standen kleine Bäume rings um einem kleinen Spiegel, der wie ein kleiner See aussehen sollte. Schwäne von Wachs schwammen darauf und spiegelten sich. Das war alles niedlich, aber das niedlichste war doch ein kleines Mädchen, das mitten in der offenen Schloßtür stand; sie war auch aus Papier ausgeschnitten, aber sie hatte ein schönes Kleid und ein kleines, schmales, blaues Band über den Schultern, gerade wie ein Schärpe; mitten in diesem saß ein glänzender Stern, gerade so groß wir ihr Gesicht. Das kleine Mädchen streckte seine beiden Arme aus, denn es war eine Tänzerin, und dann hob es das eine Bein so hoch empor, daß der Zinnsoldat es durchaus nicht finden konnte und glaubte, daß es gerade wie er nur ein Bein habe.
'Das wäre eine Frau für mich', dachte er, 'aber sie ist etwas vornehm, sie wohnt in einem Schlosse, ich habe nur eine Schachtel, und da sind wir fünfundzwanzig darin, das ist kein Ort für sie, doch ich muß suchen, Bekanntschaft mit ihr anzuknüpfen!' Und dann legte er sich, so lang er war, hinter eine Schnupftabaksdose, die auf dem Tische stand. Da konnte er recht die kleine, feine Dame betrachten, die fortfuhr auf einem Bein zu stehen, ohne umzufallen.
Als es Abend wurde, kamen alle die andern Zinnsoldaten in ihre Schachtel, und die Leute im Hause gingen zu Bette. Nun fing das Spielzeug an zu spielen, sowohl 'Es kommt Besuch!' als auch 'Krieg führen' und 'Ball geben'; die Zinnsoldaten rasselten in der Schachtel, denn sie wollten mit dabei sein, aber sie konnten den Deckel nicht aufheben. Der Nußknacker schoß Purzelbäume, und der Griffel belustigte sich auf der Tafel; es war ein Lärm, daß der Kanarienvogel davon erwachte und anfing mitzusprechen, und zwar in Versen. Die beiden einzigen, die sich nicht von der Stelle bewegten, waren der Zinnsoldat und die Tänzerin;
 
Herausgegeben von Gyldendal
Gesprochen von Marie Markvard Andersen
Musik von Morten Gildberg-Hansen